A wie Aperitifs
  Ein guter Aperitif soll Appetit und Geist anregen. Er soll frisch und herb sein, spritzig oder von besonderer Note.
Schäumende Aperitifs: Prosecco (auch mit einem Schuss Likör), Champagner, Sekt
Gespritete Weine: Sherry, Madeira, weißer Port, Marsala, Wermut (z.B. Noilly Prat), Pineau de Charentes (z.B. Caselbajac)
Weine: Vino verde, Sancerre oder Poully Fume, Gewürztraminer
B wie Barrique
  Kleines Eichenfass max. 225l Fassungsvermögen. Ursprünglich stammt der Fasstyp aus Bordeaux (Mittelalter).
Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet man Barrique allgemein den Ausbau des Weines in kleinen neuen Eichenfässern. Diese Art des Ausbaus beeinflusst den Stil und Charakter des Weines. Die Lagerung im Barrique reichert den Wein mit zusätzlichen Tanninen an und verändert den Reifungsprozess.
C wie Cuvée
  Vor allem im deutschsprachigen Raum als Begriff für den Verschnitt verschiedener Grundweine. Auch wenn der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch eine negative Bedeutung haben mag, in der Weinbereitung bedeutet er nichts anderes, als das Vermischen verschiedener Fässer, Rebsorten und/oder Jahrgänge. Sherry, Champagner und die großen Bordeaux sind klassische Verschnittweine.
Man unterscheidet zwischen
-horizontalem Verschnitt: Vermischen verschiedener Lagen/Rebsorten und
-vertikalem Verschnitt: Vermischen verschiedener Jahrgänge
D wie Dekantieren
  Umfüllen des Weines in eine geeignete Dekantierkaraffe. Das Dekantieren geschieht aus zwei Gründen: Ältere Weine werden dekantiert, um sie von dem am Flaschenboden abgesetzten Depot, Farbstoffen und evtl. Weinstein zu trennen.
Jungen Weinen wird durch das Dekantieren Sauerstoff zugeführt. Die einsetzenden Oxidationsvorgänge bringen Körper und Bouquet des Weines zur Entfaltung.
Nützliche Accessoirs für das Dekantieren sind ein Weintrichter mit Sieb oder eine Dekantierkugel.
E wie Etikett
  Auf dem Flaschenetikett muss folgendes enthalten sein: Herkunft: Diese wird in Deutschland in der Bezeichnung des Anbaugebietes (z.B. Nahe) angegeben. Auch nationale Laenderbezeichnungen oder in abgegrenzte, kontrollierte Bereiche (z.B. in Frankreich durch Angabe der Appellation) sind nach EU-Recht möglich. Der Wein muss in vollem Umfang aus dem genannten Gebiet stammen.
Weitere obligatorische Angaben sind Flascheninhalt bzw. Füllvolumen (der Zusatz "e" steht für geeicht), Alkoholgehalt, Abfüller, Gehalt an Restsüße, sowie bei Schaumwein die Art der Perlenbildung (z.B. frizzante) und die Geschmacksangabe.
Fakultative Angaben sind z.B. Farbe (Rotwein, Weißwein, Rosé), Jahrgang, Rebsorten (eine oder zwei), Markennamen, Barrique, Weingut, Hinweis auf Diabetiker-Eignung und Auszeichnungen.
F wie Farbe
  Die Farbe des Weines entsteht vor allem durch Pigmente, die in ganz unterschiedlicher Konzentration besonders in den Schalen der Trauben vorkommen. Besonders ausgeprägt sind diese beim Rotwein. Weißwein hingegen besitzt kaum Pigmente. Hier sind es vor allem Phenole, die die Farbe des Weines bestimmen.
Die Farbe gibt vor allem Aufschluss über Rebsorte, Ausbau, Qualität und Alter des Weines.
Beim Weißwein sind grüne Reflexe in der Regel ein Zeichen für jungen Wein, beim Rotwein dagegen ein blauvioletter Farbton. Beim Altern bekommen Weine meist zusätzliche Brauntöne. Weißweine werden gold- bis bernsteinfarben, Rotweine hingegen ziegel- bis braunrot mit orangefarbenen Reflexen.
G wie Geschmack
 

Die wichtigsten allgemein gebräuchlichen Begriffe zur Beschreibung von Wein bei der Verkostung (Degustation):
Abgang: Nachgeschmack, der nach dem Hinunterschlucken für mehr oder weniger lange Zeit nachklingt.
Adstringierend: Durch Tannine hervorgerufenes Gefühl, dass sich der Mund zusammenzieht.
Ausgewogen: Alkoholgehalt, Säure und Geschmacksstoffe stehen im richtigen Verhältnis zueinander.
Biss: Der erste, meistens durch die Säure hervorgerufene Eindruck auf der Zunge.
Blumig: Der Duft von Blumen, z.B. Veilchen beim Bordeaux, Lindenblüte bei jungen Silvaner, Wildrose bei Gewürztraminer.
Bukett: Die Summe aller Duft- und Geschmacksstoffe.
Eiche: Der Duft nach Eichenholz, der beim Ausbau entsteht. Gut bei Weinen, die lange in Flaschen reifen; bei einfachen Weinen oft übertrieben.
Erdig: Der Duft von frischer Erde.
Frisch: Junger Wein mit ansprechender Säure, oft mit perlender Kohlensäure
Fruchtig: Erkennbare Aromen von Trauben und anderen Früchten z.B. schwarze Johanissbeere beim Cabernet Sauvignon, exotische Früchte oder Aprikosentöne bei Riesling: Nicht unbedingt im Sinne eines süßen Ausbaus gebraucht.
Gehaltvoll: Hoher Alkoholgehalt, verbunden mit intensiven Geschmacks- und Aromastoffen.
Harmonisch: Gut ausgewogenes Verhältnis von Alkohol und Extraktstoffen.
Herb: Wie Adstringierend, durch Tannine oder Säure hervorgerufenes Gefühl. Nicht unbedingt gleichbedeutend mit dem Begriff trocken.
Korkgeschmack: Durch einen verdorbenen Korken hervorgerufener muffiger Beigeschmack.
Leicht: Harmonisches Verhältnis von wenig Alkohol und Extraktstoffen, meist verwendet für junge Weine.
Lieblich: Deutliche Restsüße.
Rassig: Kräftige, fruchtige Säure und ausgewogenem Alkoholgehalt.
Samtig: Harmonische Rotweine mit zurückgehaltenen Tanninen und ausgewogenen, milden Aromen.
Schwer: Hoher Gehalt an Extraktstoffen und Alkohol.
Spritzig: Wein mit lebhafter, ansprechender Säure und etwas perlender Kohlensäure.
Trocken: Durchgegorener Wein mit wenig Restsüße.
Vollmundig: Große Fülle an Alkohol und Extraktstoffen mit langem Abgang.

H wie Hefe
  Einzellige Mikroorganismen, die sich sehr schnell durch Zellsprossung vermehren und für die Gärung des Weines verantwortlich sind. Hefen kommen in der natürlichen Umgebung von Wein vor. Manche Winzer bevorzugen allerdings die kontrollierte Gärung durch Zuchthefen.
siehe Naturhefe siehe Zuchthefe
I wie Imprägnier-Verfahren
  Das künstliche hinzufügen Kohlendioxid bei Schaumwein. Unter hohem Druck wird der Wein anschließend in Flaschen abgefüllt. Die Kohlensäure ist durch dieses Verfahren nicht so gut in den Grundwein eingebunden wie bei der Flaschengärung.
Diese preisgünstigste Herstellung von Schaumwein muss auf dem Etikett durch den Text "mit zugesetzter Kohlensäure", französisch "vin Mousseux gazefile", italienisch "frizzante" ausgewiesen sein.
J wie Jahrgangswein
  Jahrgangswein wird entweder ganz oder zu einem großen Teil aus Trauben eines Jahrganges gewonnen. Je nach Land, Gebiet oder Wein kann der Anteil variieren. Bei Qualitätsweinen wird in der Regel der Jahrgang auf dem Etikett genannt.
Bei Schaumweinen und Sekt ist ein Verschneiden von verschiedenen Jahrgängen üblich. Andernfalls ist der Jahrgang ausgewiesen.
K wie Kork
  Klassischer Verschluss für Wein- und Sektflaschen. Gerade für alterungsfähige Weine kaum durch andere Materialien zu ersetzen. Das Material stammt von Rinde der Korkeiche, die vor allem in Spanien und Portugal, dem Zentrum der Korkerzeugung, wächst. Grundsätzlich gilt: je länger der Korken und je geringer die Maserung, desto hochwertiger ist er. Besonders hochwertige und lagerungsfähige Weine sind mit bis zu sieben Zentimeter langen Korken verschlossen.
Der Korken wird aus der dicken, äußeren Rinde der Korkeiche (Quercus suber) hergestellt. Er ist leicht, sauber, wird selten von Fäulnis befallen, ist luftundurchlässig, extrem elastisch und hat eine gleichwertige Alternative sind Presskorken, die aus Korkkrümeln zusammengeklebt werden.
Vor allem auch die in den letzten Jahren sich drastisch verschlechternde Qualität des Ausgangsmaterials (die weltweite Nachfrage nach Naturkorken übersteigt die Ressourcen) führen zum berüchtigten Korkschmecker, einem der häufigsten Weinfehler.
Sehr gute Alternativen für nicht allzu lagerfähige Weine sind Kronkorken, Schraubverschlüsse oder Kunsstoff-Korken (Silikon). Diese Materialien aber Treffen vor allem beim Verbraucher derzeit noch auf wenig Gegenliebe.
L wie Landwein
  Das deutsche Weingesetz bezeichnet mit Landwein einen einfachen Wein, der qualitativ zwar über einem Tafelwein, aber unter den Qualitätsweinen steht. Die Herkunftsregion der Weine muss auf dem Weinetikett genannt werden.
Landwein ist trocken oder halbtrocken. Er muß mindestens 0,5 Volumenprozent mehr Alkohol enthalten als einfacher Tafelwein.  
M wie Moussierpunkt
  Kleine, aufgerauhte Vertiefung am Boden eines Sektglases. An diesem Punkt binden sich die durch aus dem Kohlendioxyd entstehenden Perlen des Schaumweines und steigen von dort nach oben. Sollte der Moussierpunkt fehlen, kann man selbst ein kleines Kreuz in den Glasboden ritzen. (Mousierpunktdiamant fragen sie bei uns nach).  
N wie Naturhefe
  Diese auch "wilde Hefen" oder "Umfeldhefen" genannten einzelligen Pilzorganismen leben in den Weinbergen, Weinkellern und lagern sich dort an den Traubenschalen ab. Sie werden auch durch Insekten, besonders durch Fruchtfliegen, übertragen. So gelangt die Naturhefe in den Most und führt dort zur spontanen Gärung.
Die meisten Erzeuger von hochklassigen Weinen verwenden Naturhefen, die optimal an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst sind. Nur der Einsatz von Naturhefen gewährleistet individuelle, vom Terroir geprägte Weine. Auch bei der Erzeugung von Biowein (Naturwein) wird die spontane Gärung mit Hilfe der Naturhefe durchgeführt.  
O wie Oechsle
  In Deutschland gebräuchliche Maßeinheit für das Mostgewicht. Es basiert auf der Dichte des Mostes. Namensgeber für das Verfahren ist der Pforzheimer Christian Ferdinand Oechsle (1774-1852), der eine Mostwaage entwickelt hat.  
P wie Phenol
  Gruppe chemischer Verbindungen um den Baustein Phenol. Phenole kommen in Trauben vor. Besonders konzentriert sind sie in Schalen, Stielen und Kernen roter Trauben.
Zu den Phenolen zählen Tannine und die meisten Aromen, die den Duft und Geschmack des Weines bestimmen. Durch das Maischen gelangen besonders viele Phenole in den Wein.
Q wie Qualitätswein
  Qualitätsweine sind laut EU-Weingesetz immer an ein bestimmtes Gebiet gebunden, die Trauben müssen aus einem klar definierten Anbaugebiet stammen. Der Begriff Qualitätswein stellt einen Sammelbegriff dar und umfasst den QbA und QmP in Deutschland, Qualitäts- und Prädikatswein bzw. DAC in Österreich, DO und DOCa in Spanien, DOC und DOCG in Italien, sowie VDQS und AOC in Frankreich.
Qualitätsweine stehen über dem Tafelwein und Landwein.
R wie Rosé
  In Europa wird Rosé vor allem in südlichen Anbaugebieten produziert. Das Farbspektrum reicht von blassrosa bis zu leuchtendem Hellrot. Rosé entsteht meist durch kurzes Maischen roter Trauben. Dabei geben die Schalen nur wenig Farbe an den Most ab. Oder die Schalen enthalten bereits wenig Pigmente, was gerade in kühleren Klimazonen wie in Deutschland vorkommt.
In Deutschland ist Rosé als Weißherbst bekannt. Schließlich gibt es auch Roséweine, die durch den Verschnitt von Rot- und Weißweinen entstanden sind. Solche Weine heißen Schiller. Roséweine werden gekühlt getrunken.
S wie Schwefel
  Spielt bei der Weinbereitung an verschiedenen Stellen eine wichtige Rolle. Er dient dazu, Gärbehalter, Fässer und Flaschen zu sterilisieren.
Auch der Most wird vor dem Gären häufig geschwefelt, um Bakterien und wilde Hefen abzutöten. Schwefeln verhindert zudem das unerwünschte Oxydieren des Weines. Gerade bei jungem Wein kann man den Schwefelton häufig noch wahrnehmen. Er schwächt sich mit zunehmendem Alter ab.
T wie Tannin
  Auch Gerbsäure, Gerbstoffe. Tannine gehören zur Gruppe der Phenole. Sie spielen beim Altern von Weinen eine wichtige Rolle. Vor allem junger Rotwein (und auch Tee) enthält hohe Mengen an Tanninen. Sie verursachen im Mund ein ein charakteristisches Gefühl von Trockenheit, ein Zusammenziehen der Schleimhäute.
Tannine stammen aus den Stielen, Kernen und Schalen der Traube, insbesondere bei Rotweinen. Sie gelangen beim Maischen in den Traubensaft. Zusätzliche Tannine nimmt der Wein aber auch aus dem Holz der Fässer auf. Dies wird gezielt eingesetzt beim Ausbau des Weines im Barrique.
U wie Umveredelung
  Auf eingewurzelte Rebstöcke werden relativ weit oben am Stamm andere meist Wirtschaftlich interessante oder wertvollere Rebsorten aufgepropft. Dieses Verfahren wird zunehmend angewandt, da im Gegensatz zur Neubepflanzung schon nach kurzer Zeit wieder zufriedenstellende Erträge erzielt werden können. Die Umveredelung ist eine Alternative zur klassischen Veredelung.
V wie Veredelung
  Bei der Veredelung wird eine Rebunterlage mit einem Edelreis verbunden. Aus Der Unterlage wird nach dem Verwachsen der beiden Teile die Wurzel des neuen Weinstockes, aus dem Auge des Edelreis wächst der fruchttragende Teil. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Unterlagsreben immer reblausressistente amerikanische Reben oder spezielle Hybridreben. Eine Alternative zur Veredelung ist die Umveredelung.
W wie Weinstein
  Schon während der Gärung, verstärkt aber während der Reifung setzen sich im Wein glasartige Kristalle als Depot ab. Es handelt sich dabei um harmlose, geschmacksneutrale Kaliumtartratkristalle, entstanden aus der Verbindung von Weinsäure mit Kalium oder Kalzium. Diese Substanz entsteht nur bei der Weinbereitung. Auch der zum Beispiel als alternatives Backpulver verwendete Weinstein ist nichts anderes als der aufbereitete Bodensatz im Gärbehälter.
Weinstein ist kein Weinfehler!
Z wie Zuchthefe
  Mit den unter sterilen Bedingungen hergestellten Zucht- oder auch Kulturhefen lässt sich die alkoholische Gärung einfacher steuern. Daher entscheiden sich manche Weinerzeuger für diesen gegenüber der Spontanvergärung mit Naturhefen risikoärmeren Weg. Auch lassen sich die bei der Gärung entstehenden Sekundäraromen vorhersehen: manche Zuchthefen verstärken vor allem fruchtige Noten bei Weißweinen oder stellen Zitrusaromen in den Vordergrund.